Reisebericht über die Bildungsreise ins goldene Prag
Die Bildungsreise der Junge Union Rheinland-Pfalz führte dieses Mal in die Tschechische Republik. Während des fünftägigen Aufenthaltes in der Hauptstadt Prag, erfuhr die Junge Union viel über unser Nachbarland.
Schon am ersten Abend kam es zu einem Gedankenaustausch mit den Mitgliedern der Partnerorganisation MKD Prag. Weitere zahlreiche Informationen über die politische Situation Tschechiens und die Sitten und Gebräuche unseres Nachbars sammelte man bei der Besichtigung der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Goethe-Institutes in Prag. In den Diskussionen tauchte immer wieder das Thema Korruption auf. Die Tschechische Republik kämpft seit Jahren mit diesem Problem, leider erfolglos. Besonders viele Korruptionsskandale sind im letzten Jahr an die Öffentlichkeit gekommen. An den Spuren von korrumpierten Politikern auf den unterschiedlichen Staatsebenen leiden oft die regionalen Journalisten, die aber mit der Unterstützung der Konrad-Adenauer-Stiftung rechnen können. Diese Hilfe ist besonders wichtig für die kleinen lokalen Zeitungen und ihre Mitarbeiter, damit diese wirklich unabhängig bleiben können.
Die immer neu ausbrechenden Korruptionsskandale führten zu einer Krise der Regierung und zur Instabilität des ganzen Landes. Eine bedeutende Rolle spielt hier der Präsident Vaclav Klaus, der sich weigerte die korruptionsverdächtigen Minister aus dem Amt zu entlassen. In den Gesprächen sowohl mit Dr. Hubert Gehring in der Konrad-Adenauer-Stiftung, als auch mit dem Vorsitzenden des EU-Ausschusses des tschechischen Senats, Ludek Sefzig, hat die Junge Union deutlich gemerkt, wie sehr die Bevölkerung enttäuscht von seinem Präsidenten und ihrer Regierung ist. Dies hat einerseits zu Desinteresse an der Politik und andererseits zu einem massiven Rückgang der schon interessierten Personen an diesem Thema geführt. Die einzige Hoffnung sieht Sefzig in der jungen Generation von Politikern, die aus denen in der Vergangenheit gemachten Fehlern, lernen können.

Die Junge Union erfuhr auf ihrer Reise ebenso etwas über die Lehre der deutschen Sprache in den Nachbarländern. Die Zahl der Leute, die Deutsch als Fremdsprache lernen möchten, sinkt. Das erschwert nicht nur die allgemeine Kommunikation zwischen den Leuten, sondern auch den Zugang zu Informationen z.B. über den Demokratieaufbau für die tschechische Bevölkerung. Auf Grund der sowjetischen Regime gibt es in den osteuropäischen Ländern eine relativ kurze, zwanzigjährige demokratische Tradition. Bei der Schaffung einer Demokratie und einer politischen Kultur hilft oft der Austausch von Erfahrungen, die andere Staaten mit längerer demokratischer Tradition bieten können. Zu diesem Meinungs- und Gedankenaustausch ist es zwischen der jungen Gruppe von Rheinland-Pfälzern und den Mitgliedern von der Partnerorganisation MKD gekommen.
Trotz kleiner Sprachbarrieren konnte man erfolgreich über die politische Jugendarbeit auf Landes- und Europaebene diskutieren. Große Freude hatte die Junge Union an den Erklärungen der tschechischen Kolleginnen und Kollegen, wie ihre Zusammenarbeit mit der christdemokratischen Mutterpartei CDU aussieht und an den Anmerkungen zum Thema „deutsche und tschechische Arbeit innerhalb der Europäischen Union“. Bei der Unterhaltung stellte sich heraus, dass große Teile der tschechischen Bevölkerung momentan mit der Mitgliedschaft ihres Landes in der Europäischen Union unzufrieden sind. Die Menschen haben oft das Gefühl, dass sie von der Europäischen Union unter Druck gesetzt werden. Sie fürchten, dass ihre Stimme auf der europäischen Ebene nicht gehört wird oder weniger wert ist, als die Stimmen von größeren Ländern, wie z.B. Deutschland und Frankreich. Solche Missverständnisse konnten aber während der Gespräche rasch aufgeräumt werden. Dadurch kam es zu einer Verbreiterung des allgemeinen Wissens und des gegenseitigen Respekts für beide Seiten.
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