Kurt Beck und die Frauen
Kurt Beck hat gesagt, er werde mit der designierten CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner „umgehen wie mit einem Mann, fair und sachlich“:
Herr Beck scheint ein massives Problem mit Frauen zu haben. Wenn er die zukünftige CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner als Mann betrachten muss, um mit ihr fair und sachlich umzugehen, dann fragt man sich: Pflegt der Herr Ministerpräsident sonst einen unfairen und unsachlichen Umgang mit Frauen? Herr Beck sollte sich für diesen Umgangston und diese herablassende Behandlung von Frauen entschuldigen. Wir sind längst in einer modernen Zeit angekommen. Wenn Sie glauben, Herr Beck, Frauen hätten nichts in der Politik zu suchen, dann ist das rückwärtsgewandte Politik, die sich die vielen Frauen im Land nicht bieten lassen!
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naja, ist das nicht zu viel reininterpretiert? heißt das nicht nur soviel, dass es eben keinen unterschied macht, ob mann oder frau? und da bisher nur männer gegen kurt beck angetreten sind, ändert sich halt eben nichts im umgang… alles andere, was ihr hier schreibt, ist eher konstruiert und naja schon die wahlkampfschublade, die man sich eben nicht wünscht.
Also wenn man von der Presse gefragt wird, ob es für jemanden einen Unterschied macht, ob man gegen einen Frau oder einen Mann antritt, ist die gegebene Antwort weder unfair, unsachlich oder gar herablassend. Hier werden aus Wortfetzen ganze psychologische Profilbilder erstellt, welches Frauenbild Kurt Beck denn hätte. Nicht sehr objektiv wie ich finde.
Das sagten die stellvertretende Bundesvorsitzende und ehemalige Landesvorsitzende der Jusos, Sonja Pellin, und der Landesvorsitzende Fabian Löffler.
Herzlich willkommen auf dem BLACK.blog.
Ich kann den beiden ersten Kommentatoren nicht zu stimmen. Klar ist der Beitrag etwas überspitzt geschrieben, aber solch ein Satz zeigt schon, wie viel Respekt derjenige vor seinem Gegenüber hat. Menschen, die sich so pseudo-tolerant ausdrücken, machen unterbewusst doch einen Unterschied zwischen MANN und FRAU.
Folgende Zeilen schreibt Sonja Pellin zum Thema Gleichberechtigung, wenn es nicht gerade gegen “ihren” Kurt Beck geht:
“Dass Frauen immer noch diskriminiert werden, will manchmal schon gar niemand mehr hören. Aber es ist immer noch so, und deswegen geht der Kampf weiter. [...] auch in anderen Führungsetagen sind Frauen deutlich unterrepräsentiert. Und das, obwohl Frauen mittlerweile die besseren Bildungsabschlüsse vorzuweisen haben. [...] Diese Androhung von Sanktionen haben auch z.B. in Norwegen geholfen, die nun eine gleiche Beteiligung von Frauen in Aufsichträten großer, unseren Aktiengesellschaften ähnlicher, Unternehmen durchgesetzt haben.”
Nachzulesen im SiM 04/08 bei den Jusos.
In der Wirtschaft sollen Frauen per Gesetz bevorzugt werden. Aber in der Politik darf “König Kurt” sie gleich behandeln?
Julia Klöckner wie einen Mann behandeln, fair und sachlich.
Bei dieser Aussage fragt man sich schon, was will uns Herr Beck damit sagen? Geht er mit Frauen im Gegensatz zu Männern unfair und unsachlich um? – und das fragt man sich zu Recht. Ich finde diese Aussage sagt viel über seine Einstellung zu Frauen in der Politik aus und ist nicht zeitgemäß.
Genial, die Idee Beck ebenso als Frau zu behandeln und Blumen zu versenden –
Da freue ich mich auf einen unterhaltsamen Wahlkampf
Hallo zusammen – ein herzliches Hallo auch an unsere Freunde von den Jusos -,
allein die Tatsache, dass Beck nicht darauf hingewiesen hat, er werde Julia unabhängig vom Geschlecht fair und sachlich behandeln, ist die Diskussion schon wert. Das hätte nämlich gezeigt, dass er tatsächlich kein Problem damit hat, wenn eine quirlige junge CDU-Kandidatin gegen ihn antritt, die ihm im Übrigen nicht nur auf den Festchen den Rang abläuft – besser als Weinköniginnen küssen ist ja wohl, selbst eine zu sein! -, sondern auch inhaltlich den Finger in die Wunde legt.
Die Frage mag blöd gewesen sein (aber hinsichtlich der gesellschaftlichen Wirklichkeit ja berechtigt) – die Antwort von Kurt Beck war jedenfalls noch blöder.
Zum Weltfrauentag heute wird das Thema noch einmal aktuell:
Die BILD kürt Julia Klöckner zum “Gewinner des Tages”, weil sie Beck charmanterweise einen Blumenstrauß schickt.
Und auf Youtube ist ein Film aufgetaucht, der den Spruch pointiert aufs Korn nimmt: http://www.youtube.com/watch?v=Y6uVXBA1SL8