SPD Plakat zur kostenlosen Bildung – Fake offenbart den Fehler des Konzepts

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in Standpunkte vom 23. September 2009

Eine interessante Parallele ergibt sich aus dem PR-Eigentor der SPD im Bundestagswahlkampf und dem Eigentor, dass man sich aus sozialer Perspektive schießen würde, wenn man Studiengebühren pauschal ablehnt. Aber der Reihe nach: Die SPD wirbt mit dem Foto von Juso-Mitglied Jennifer in einem Hörsaal. Sie lächelt etwas verhalten in die Kamera, während neben ihr zu lesen ist: “Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen –  Und deshalb wähle ich SPD” Soweit so gut, passt ja zur Wahlkampfaussage der SPD. Das Problem dabei: Mittlerweile hat der RCDS an die Öffentlichkeit gebracht, dass Jennifer nicht an einer kostenlosen Uni, sondern tatsächlich an einer teuren Privathochschule studiert, was nicht ganz zur plakatierten Meinung passt. Prompt tauchte im Internet das lustige Fake-Plakat auf.

spd-wahlplakat

Die Manipulation ist mehr als nur eine bloße Verunglimpfung, rückt sie doch die eigentliche Problematik ins rechte Licht. Wo öffentliche Hochschulen unterfinanziert sind, und deshalb gefragte Studiengänge nicht, oder nur in unzureichender Qualität angeboten werden, schaffen es Kinder betuchter Eltern, auf Privathochschulen auszuweichen. Wer schafft dies nicht? – Na klar, eben all jene, deren Eltern nicht genug Geld dafür aufbringen können.

Ein Gegenmittel ist bekannt und steht außer Frage. Die öffentlichen Hochschulen müssen finanziell besser ausgestattet werden. Die Qualität der Ausbildung steigt und Forschung und Lehre können sich gegenseitig befruchten. Streitig, aber richtig ist ein Zweites: In Zeiten mehr als klammer öffentlicher Haushalte führt kein Weg an der Beteiligung der Studierenden an der Finanzierung ihrer Ausbildung vorbei. Alles andere wäre unverantwortliche und genauso generationenungerechte Schuldenpolitik. Die sozialverträgliche Ausgestaltung von Studiengebühren, sei es die Bemessung der Höhe, sei es die Etablierung eines Kreditsystems oder sei es die Schaffung eines funktionierenden Stipendiensystems ist die wahre Aufgabe, die es zu meistern gilt.

Manchmal bedarf es großsprecherischer Plakate um dies bewusst werden zu lassen. Danke Jennifer! Danke SPD!




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